Auf gesunden Füßen stehen
Aktionstag: Die Geschichte von Sarah Kröger macht Mut
Schwelm. Dass Sarah Kröger zwar noch mit Unterarmgehstützen, aber dennoch auf ihren eigenen Füßen flotten Schrittes durch das Helios-Klinikum gehen kann, hätte sie noch vor wenigen Wochen nicht für möglich gehalten. Die 30-Jährige leidet an einer Erbkrankheit und ist extra aus dem Münsterland in die Kreisstadt gereist, um sich von Dr. Jörn Dohle, Leitender Arzt der Abteilung für Orthopädie, die Füße richten zu lassen. Nun ist Sarah Kröger fast am Ende ihres Genesungsweges angekommen. Ihre Geschichte macht zum Tag des Fußes am 29. Juni Mut, sich um die Gesundheit der Füße zu kümmern.
Bei HSMN, der „hereditäre senso-motorische Neuropathie“, handelt es sich um eine genetisch vererbbare Nervenerkrankung, die zur Verkürzung und Verkrampfung der Muskeln führt. Dadurch werden die Füße in eine Fehlstellung gezogen; bei Sarah Kröger drehten diese sich immer mehr nach innen. So werden auch Knochen, Sehnen und Bänder stark beansprucht und fehlbelastet. „Wenn die Spur beim Auto verstellt ist, laufen sich die Reifen auch falsch ab. So ähnlich muss man sich das hier auch vorstellen“, erläutert Dr. Jörn Dohle.
Dreistündige Operation
Sarah Kröger ist eine von 800 Patienten, die jährlich mit Erkrankungen an den Füßen im Helios-Klinikum operiert werden. Das Leistungsspektrum reicht von der Behandlung von Traumata aller Art (Sportverletzungen, Unfälle etc.) bis hin zu der Korrektur schwerster Fehlstellungen wie eben im Fall von Sarah Kröger.
Sie sagt rückblickend: „Als ich zu Dr. Dohle kam, war ich verzweifelt, weil ich Schmerzen hatte und mir niemand helfen konnte.“ 2014 war das. Ihre Füße hatten sich über die Jahre immer mehr verformt. Bei einem Spaziergang war nach 200 Metern Schluss, und ohne Schienen, Orthesen genannt, war an selbstständiges Laufen gar nicht mehr zu denken.
In einer gut dreistündigen Operation versetzte der Fußfachmann Sehnen und Bänder und korrigierte die verformten Knochen. So wurde in rund 30 Einzelschritten die Biomechanik des Fußes rekonstruiert. Es dauerte ein halbes Jahr, bis Sarah Kröger den Fuß wieder belasten konnte und auch heute noch muss sie eine leichte Bandage tragen. Dennoch stand es außer Frage, sich auch des rechten, schwerer betroffenen Fußes anzunehmen. „Der Gedanke, wieder gehen zu können und selbstständig zu sein, gibt mir viel Kraft“, sagt Sarah Kröger. Lange Zeit war die aktive junge Frau sogar auf den Rollstuhl angewiesen.
